Naturnahe Pflegemaßnahmen
Lebensraum- und Artenvielfalt fördern
Gärten, öffentliche Grünflächen, Straßen-, Wegränder und viele Fließgewässer müssen gepflegt werden. Damit verbunden ist oft ein erheblicher personeller und finanzieller Aufwand - und dies in Zeiten leerer Kassen. Umso besser, wenn durch eine kostengünstigen Pflege auch die Natur profitiert.
Ökologisch orientierte Pflegemaßnahmen fördern die Lebensraum- und Artenvielfalt und sind zudem meist weniger aufwändig als konventionelle Pflegemaßnahmen. Manchmal genügt schon eine Reduzierung der Schnittanzahl, um vielfältige Lebensräume zu entwickeln.
Grundsätze naturnaher Pflege
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So wenig wie möglich, aber soviel wie nötig pflegen. |
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Nährstoffreiche, produktive Standorte müssen häufiger gemäht werden als nährstoffarme Magerstandorte. Auch kann die Ausbreitung unerwünschter Pflanzen, zB von Neophyten, eine intensivere Pflege erfordern. |
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Schaffung von Magerstandorten, beispielsweise an Dämmen, Böschungen und Straßenrändern. Auf nährstoffarmen Böden sind Biomassezuwachs und daher auch Pflegeaufwand geringer. Meist sind nährstoffarme Standorte auch artenreicher. |
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Ideale Pflege ist in vielen Fällen eine Mahd. Der Abtransport des Mähguts verhindert eine unerwünschte Nährstoffanreicherung. |
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Tierfreundliche Mähtechniken einsetzen: Auf den Einsatz von Kreiselmähwerken und Schlegelmulchern ist mit Rücksicht auf die Tierwelt zu verzichten. Balkenmähgeräte sind wesentlich schonender als rotierende Mähgeräte. |
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Mahd mit der Handsense! Diese traditionelle Technik hat auf kleinflächigen und strukturreichen Standorten durchaus Zukunft. Sensenmahd verursacht keine Abgase, keinen Lärm und ist in bewohnten Gebieten auch außerhalb der üblichen Arbeitszeiten tolerierbar. Anschaffung und Erhaltung fallen im Vergleich zu motorisierten Mähgeräten kaum ins Gewicht. |
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Strukturvielfalt erhalten: Kleinflächige und gestaffelte Pflegeregime erhalten Rückzugsräume für die Tierwelt. Dies ist beispielsweise bei der Pflege blumenreicher Dämme von großer Bedeutung für Blüten besuchende Insekten. |
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Beweidung: Manche Trockenstandorte sind erst durch Beweidung entstanden. Auch Feuchtflächen, insbesondere nährstoffreiche Standorte, sind für eine Beweidung geeignet. Extensive Pflege durch Beweidung ist kostengünstig und fördert die Strukturvielfalt. |
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Verzicht auf Pestizide. |
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Ersatz von synthetischen Düngern und von Torf durch Häckselgut und Kompost. |
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Wahl des richtigen Pflegezeitpunkts. Blumenreiche Wiesenflächen sollten erst dann gemäht werden, wenn die Samenreifung seltener Pflanze und die Entwicklung seltener Insekten abgeschlossen ist. Gehölze werden nicht in der Brutzeit der Vögel geschnitten. Der richtige Zeitpunkt verhindert negative Folgen für Pflanzen und Tiere. |
Unterlagen / Links
W. Kuhn (2007): Alles sauber, alles rein? Grünflächenpflege in der Landschaft. Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau, Abteilung Landespflege, Veitshöchheim, 6 S.,
Download pdf (243 kb)
Stiftung Wirtschaft und Ökologie: Anleitung für ein erfolgreiches Sensenmähen,
Download pdf (348 kb)
P. Polak (2004): Handbuch der Grünraumpflege. Natur im Garten - Gesund halten, was uns gesund erhält, Amt der NÖ Landesregierung, St. Pölten, 176 S.,
Download pdf (2.590 kb)